KLARINETTE & ORGEL

Michaela Butz, Klarinette & Max Hanft, Orgel

 

 

Repertoire

 

Henry Rabaud - Solo de Concours

Georges Marty - Première Fantaisie

Charles Lefebvre - Fantaisie-Caprice op. 118

André Messager - Solo de Concours

Camille Saint-Saëns - Sonate op. 167

Francis Poulenc - Sonate

Eugène Bozza - Aria 

Eugène Bozza - Idylle

Eugène Bozza - Claribel

Gabriel Grovlez - Concertino

Gaetano Donizetti - Concertino

Claude Debussy - Arabesque

Bela Kocavcs - After you, Mr. Gershwin!

Michele Mangani - Ave Maria 

Richard Strauss - Romanze

Jean-Xavier Lefèvre - Sonate Nr. 4

Marie Elisabeth von Sachsen-Meiningen - Romanze    

         Clarence Raybould - The Wistful Sheperd

 

Presse

 

Schrobenhausener Zeitung, 02.01.2017 (Florian Erdle)

Ein großartiger Jahresausklang

Michaela Butz und Max Hanft begeisterten beim Silvesterkonzert in St. Jakob mit ihrem Orgel- und Klarinettenspiel. Gemeinsam ließen sie das Jahr in St. Jakob mit einer wahren Sternstunde ausklingen. 

 

"....die ausführenden Künstler, jeweils Meister ihres Faches, integrierten den Klarinettenton wie ein eigenes Register sozusagen organisch in den Orgelklang, der durch kluge Registrierung auch in den leisesten und tiefsten Passagen klar hervortrat."

"... Michaela Butz, die seit kurzem an der hiesigen Musikschule tätig und zuvor unter anderem Solo-Klarinettistin der Badischen Philharmonie Pforzheim war, stellte hier ihre ganze technische Klasse unter Beweis: Makellose Geläufigkeit, verbunden mit perfekter Koordination in der Phrasierung und einem geschmeidig-weichen Ansatz zeichnen ihr Spiel aus, nicht zu reden von einer schier unglaublichen Pianotechnik. Diese feinen dynamischen Abstufungen kamen in den melancholischen Bögen der von zarten Bach-Anklängen getragenen "Arie" von Eugène Bozza besonders gut zum Tragen."

"....und die Orgel erwies sich einmal mehr unter Max Hanfts Meisterhänden nicht als musikalisches Schwergewicht, sondern als echter Dialogpartner."

"... Michaela Butz war dieser feurigen Mischung aus Scherz und Ernst, Kontemplation und Bewegungsdrang noch nach einer Stunde in jedem Moment gewachsen. Chapeau! Eigener Untersuchung Wert wäre, wie hervorragend es Hanft verstand, den gleichfalls hoch anspruchsvollen Klavierpart auf die Orgel zu übertragen"





Münchner Merkur, 13.07.2017 (ap)

Französische Romantik an Orgel und Klarinette

Sommerkonzert der Kirchenmusik Neuried

Neuried - Nur gelegentlich lernen Musikfreunde den Zusammenklang von Orgel mit sanfter Oboe oder lieblicher Flöte kennen, noch seltener die Verbindung mit einer Klarinette. Beim 9. Sommerkonzert der Förderer der Kirchenmusik St. Nikolas Neuried bescherten Michaela Butz, erfahren auch im Klarinetten-Solo sowie Duo und in Klavierbegleitung, den zahlreichen Besuchern der Pfarrkirche zusammen mit dem Kirchenmusiker Max Hanft an der Orgel ein üppiges Konzert und überraschten klanglich.

Die "Französische Romantik", so der Titel des Abends, umfasst eine größere Periode als in anderen Ländern. Man lernte dabei auch unbekannte Komponisten wie André Messager (1853-1929) kennen, die für die leichte Muse schrieben oder etwa ein Wettbewerbsstück für die Klarinette, dabei aber auch Neuerungen planten. Wie ein Motto stellte das Duo dieses "Solo de Concours" vor, wo verhaltene Orgelläufe exaltierte Klarinetten-Crescendi ausglichen.

Neben einem Chanson über einen charmanten Burschen schrieb Georges Marty 1897 eine "Fantaisie", bei deren Wiedergabe Michaela Butz zu besinnlichem Orgelklang kraftvolle Koloraturen einbrachte. Im Einklang mit der neuen, klanglich vollkommenen Orgel beeindruckte ihr gestalterisches Können. 

Virtuose Momente, wie sie etwa seit der Revolution von 1848 das Musizieren bestimmten, wurden bei ihr nie zum Selbstzweck. So wetteiferte das Duo unter anderem in der Leuchtkraft des Klangs. Hanft entfaltete Marcel Duprés Orgelsolo "Cortège et Litanie" erst geheimnisvoll, dann lieblich und endete festlich. Wiederum waren Klangfarben der Reiz der "Sonate" op. 167 von Camille Saint-Saens, so das Duo an Klarinette und Orgel die wechselnde Gangart des Originals für Klavier mir erzählerischen Momenten in Einklang brachte. Es folgten Orgelsolostücke von Alfred William Abdey (1876-1952), darunter "Grand Choeur". Man erlebte machtvolle Akkorde von unterschiedlicher Tonstärke. 

An Klarinette und Orgel (Original für Klavier) rundete das Duo die Kostproben aus der französischen Romantik mit dem "Solo de Concours" op. 10 von Henri Rabaud (1873-1949) ab, der 1920 Leiter des Conservatoire de Musique de Paris und damit zum Nachfolger von Gabriel Fauré wurde.

Als Ausblick stellte das Duo die "Sonata für Klarinette und Klavier " von 1962 vor, die Francis Poulenc zum Gedenken an Arthur Honegger dem Jazzklarinettisten Benny Goodman widmete. Mit Leonard Bernstein am Klavier fand die Uraufführung nach Poulencs Tod 1963 statt. Einem aufregenden, dabei zugleich etwas monotonen Allegro tristamente beziehungsweise Allegretto schloss das Duo eine schwermütige, beruhigende Romanze an. Beim abschließenden Allegro con fuoco wurde die Orgel (Original für Klavier) zum Percussions-Instrument, was einen Fortissimo-Effekt ermöglichte. 

Mit dem übermütig anmutenden Stück "After you, Mr. Gershwin!" von Béla Kovacs erweiterte das Duo den Ausblick. Zur Beruhigung bildete ein Arioso von Bach die Zugabe. Der stürmische Beifall in der Pfarrkirche hielt lange an.